Rettet die Schwimmbäder

Fast 60% der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer mehr.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat eine Petition eingereicht die heute im Bundestag beraten wird: „Fast 60% der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer mehr – so eine von der DLRG in Auftrag gegebene repräsentative forsa-Umfrage aus dem Jahr 2017; Ausbildungsangebote der schwimmausbildenden Organisationen gehen drastisch zurück, Wartelisten werden länger und Schulschwimmen als Schulsport findet vielfach nicht mehr statt. 25 Prozent der Grundschulen in Deutschland haben keinen Zugang mehr zu einem Bad – Schwimmausbildung wird so unmöglich.“ Deshalb rettet das Sachsenbad!

Ausstellung „Endlich Wasser ins Sachsenbad“

In dieser Ausstellung kommen die zu Wort, die über das Sachsenbad
etwas zu erzählen haben. Ihre Geschichten belegen die Potenziale
des Bades. Mit seinem besonderen Nutzungsprofil als Gesundheitsbad
besitzt das Sachsenbad beste Voraussetzungen, um seine einstige soziale
Bedeutung in der Bäderlandschaft Dresdens zurückzugewinnen –
ganz abgesehen von seinem baukulturellen Stellenwert als Einzeldenkmal
und als prägender Bestandteil des denkmalgeschützten
Ensembles der Moderne mit Bad, Stadtteilbibliothek und dem
Wohnblock Wurzener Straße / Rehefelder Straße.

Die Ausstellung wurde gefördert aus Mitteln des Stadtbezirkes Pieschen.

Offener Brief an Stadtrat

Die Sanierung des Sachsenbades wird seit Jahren vertagt!

Der neue Stadtrat muss nun eine Entscheidung treffen. Die Erfahrungen in den Jahren unseres Engagements haben gezeigt, das dass Sachsenbad im Stadtrat keine ausreichende Lobby hat. Daher unser offener Brief an die Stadträte:

Sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates der Landeshauptstadt Dresden,

Sie werden in Kürze über das Schicksal des Sachsenbades in Dresden-Pieschen entscheiden. Wir, die Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad!“ möchten die bisherige Entwicklung seit der Schließung des beliebten Bades vor 25 Jahren zusammenfassen, um die Dringlichkeit der Sanierung des Bades in städtischer Hand zu unterstreichen.

Die Sanierung des Sachsenbades wird seit Jahren vertagt!

Der Betrieb des Sachsenbades wurde 1994 eingestellt, weil es saniert werden sollte. Seitdem wird die Sanierung immer wieder vertagt. Wiederholt wurde das Bad zum Verkauf ausgeschrieben, um wiederholt zu scheitern – weil ein städtisches Bad eben ohne einen städtischen Beitrag nicht zu haben ist. Das wüsste inzwischen auch die städtische Bädergesellschaft. Warum kam es bis heute nicht zur Sanierung, obwohl der eklatante Mangel an Wasserfläche im Dresdner Nordwesten seit Jahren bekannt ist und es sich bei dem Gebäudeensemble zudem um ein erstklassiges Baudenkmal der Moderne handelt, die gerade, 2019, überall in der Republik gefeiert wird? „Es fehlt der politische Wille“ möchten wir den ehemaligen Baubürgermeister der Landeshauptstadt, Herrn Marx, auf einer Einwohnerversammlung in Pieschen zitieren.

Eine von der Stadt beauftragte Studie der Stesad aus dem Jahr 2009 zur Sanierung des Sachsenbades belegt, dass die Sanierung als zeitgemäßes Bürgerbad machbar ist und betont das besondere Potenzial des einzigen historisches Bades in Dresden.

Es ist an der Zeit, die Sanierung des Sachsenbad jetzt zu beschließen, das Bad der städtischen Bädergesellschaft zu übertragen und mit der Sanierung zu beginnen. Mit Beschluss des Sportentwicklungskonzeptes im April 2019 durch den Stadtrat wurde der besondere Mangel an Wasserfläche im Dresdner Nord-Westen erneut festgestelltdieser herrscht bereits 25 Jahre!

Für die Sanierung des Sachsenbades spricht auch der Mangel an verfügbaren Grundstücken für Neubauten. Der in den Raum gestellte Bau einer städtischen Schwimmhalle auf der Freifläche der Deutschen Bahn an der Harkortstraße ist mehr als ungewiss. Allein der Kauf des Grundstücks und seine Erschließung kosten mehrere Millionen Euro, sofern die DB das Grundstück überhaupt zum Verkauf stellt. Das Sachsenbad befindet sich im Eigentum der Stadt, der Fernwärmeanschluss wird durch EFRE-Mittel gerade hergestellt, planungsrechtlich ist die Nutzung aufgrund des Bestandsgebäudes gesichert. Die Planung kann sofort beginnen.

Die Bürgerinitiative hat ein Nutzungskonzept für das Sachsenbad als Bürgerbad erarbeitet. Über 4000 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben Ende 2016 die Petition zum Erhalt des Sachsenbades als städtisches Bad mit dem Profil „Gesundheitsbad“. Dieses Konzept fand insofern die Zustimmung des Stadtrates als es in der Ausschreibung zum Verkauf zur Vorzugsvariante erklärt wurde. Das Sachsenbad ist noch tief im Gedächtnis der Bürger/-innen verankert, haben doch viele Menschen nach dem Krieg hier gebadet, Schwimmen gelernt oder gearbeitet. Es war das einzige Hallenbad in Dresden!

Sie haben die einmalige Chance, endlich das Versprechen von 1994 umzusetzen und das Denkmal Sachsenbad als städtisches Bad wieder der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Verhindern Sie den Verkauf des Sachsenbades!

Bitte setzen Sie sich jetzt für die Sanierung des Sachsenbades als städtisches Bad ein!

Mit freundlichen Grüßen,

Bürgerinitiative Sachsenbad

Tag des „offenen“ Denkmals am 08.09.2019 – Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur

Welch ein Thema – passend zum Sachsenbad, passend zur ausstehenden Entscheidung zur Sanierung, passend zu unserem Fest!

Aber auch dieses Jahr ist es uns nicht gelungen das Gebäude zugänglich zu machen. Leider gab es wieder Fehlmeldungen in der Presse. Doch so mancher enttäuschter Besucher ließ sich schließlich doch von unserem kleinen Fest einfangen.

Zeitzeugen erzählten Kindern und allen anderen live vom Sachsenbad. Die Geschichten wurden zu Bildern: sichtbar, bunt, bewegt und kreativ!

Dieses künstlerische Mehrgenerationenprojekt wurde im Rahmen der der Beteiligungsaktion „Orte des Miteinanders“ mitfinanziert. In dieser Reihe wird es weitere Veranstaltungen geben, siehe dazu www.dresden2025.de

Glanzvoller Höhepunkt: eine Trockenchoreografie der Synchronschwimmerinnen vom Post-SV.
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Sollte sich jemand auf den Bildern wiedererkennen und im falschen Kontext dargestellt fühlen, möge uns bitte darüber informieren. Das Bild wird dann umgehend gelöscht. Es war eine öffentliche Veranstaltung und es war darauf hingewiesen worden, dass die Bürgerinitiative für eigene Zwecke fotografiert. Durch euer Kommen, Erzählen und Diskutieren habt ihr uns wieder Schwung für die ehrenamtliche Tätigkeit gegeben. Neue Mitstreiter sind herzlich willkommen!

Vielen lieben Dank an alle Helfer und Spender!

Selfie-Sammel-Seite

Hier kann dein Sefie gepostet werden.

Sende es uns per E-Mail an sachsenbad@propieschen.de oder lade es über die Kommentarfunktion selber hoch. Entscheide selbst, ob dein Name dabei stehen soll. Es kann jeder Zeit auch wieder gelöscht werden.

Mit deinem Selfie zeigst du, dass auch du gern wieder im Sachsenbad schwimmen möchtest.

Wem gelingt die orginellste Pose? Wie viele Leute passen schon ins Becken?

Lasst eurer Kreativität freien Lauf! Die Leinwand spannen wir mehrmals im Jahr auf. Unser Newsletter informiert euch darüber.

Mitmachaktion am Sachsenbad

Leider bleibt das Sachsenbad auch in diesem Jahr zum Tag des offenen Denkmals geschlossen. Doch wir sind vor Ort, informieren über das politische Ringen in der Dresdner Bädersituation, eröffnen die Zeitzeugen-Ausstellung und laden Sie herzlich zur Mitmachakion ein:

+++ Haarkünstler gesucht +++

Am Sonntag findet vor dem Sachsenbad eine Veranstaltung statt, bei der erlebbar wird, was einst drinnen Alltag war. Es gab auch einen Frisör!
Hat jemand Lust dabei zu sein und schwimmbadtaugliche Frisuren zu kreieren? Zöpfe flechten, Tolle gelen oder gar zur Schere greifen?
Es geht um Spaß, gemeinsames Erleben und den Hinweis, dass das Sachsenbad auch heute ganz dringend gebraucht wird.

Pressefund: Stadt will Sportangebote zentralisieren

 

Spezialdisziplinen soll es künftig verstärkt in der Innenstadt geben. In Klotzsche sorgt das für Unmut.

Für die alte Schwimmhalle in Dresden Klotzsche planen Stadtverwaltung und Bäder-GmbH schon lange einen Ersatzneubau. Nach vielen Diskussionen soll der nun doch in Klotzsche entstehen. Das haben Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) und Bäder-Chef Matthias Waurick bei einer Infoveranstaltung am Dienstagabend noch einmal bekräftigt.

Drei mögliche Standorte werden noch immer geprüft: An der Hermann-Reichelt-Straße, an der Königsbrücker Landstraße 100 und an der Langebrücker Straße. Derzeit wird eine Vorlage erarbeitet, über die der Stadtrat möglichst zum Jahresende entscheiden soll. Diese Vorlage macht dann den Weg für Grundstückskauf, Planung und Bau frei. Spätestens 2023 könnte dann die neue Halle mit sechs Schwimmbahnen, einem Lehrschwimm- und einem Mehrzweckbecken eröffnet werden.

Bis dahin bleibt die jetzige, denkmalgeschützte Halle aus den 1930er-Jahren in Betrieb, wird mittlerweile jährlich vom Statiker besucht und bekommt die dringendsten Reparaturen gemacht. So weit so gut. Allerdings gehören zum jetzigen Sportkomplex auch eine Turnhalle mit festeingebauten Turngeräten und Sprunggrube sowie ein Sportplatz mit Laufbahn. Eine Kombination dieser Art soll es in Klotzsche künftig nicht mehr geben. Lames sagt zudem deutlich: „Es wird einen zentralstädtischen Ersatz geben.“

Auch hier seien mehrere Orte in Prüfung, aber noch keine Entscheidung gefallen. Im Juni hatte Lames, als er seine große Vision für das Steyer-Stadion präsentierte, allerdings schon einen Einbau der Turngeräte in einer neuen Halle nahe der Magdeburger Straße als Idee benannt. Wo auch immer die Turngeräte am Ende landen – viele Klotzscher sind davon nicht begeistert. Wiederholt argumentieren sie auf der Veranstaltung, dass mit einem Wegzug gewachsene Strukturen vernichtet werden. Viele bezweifeln, dass die turnbegeisterten Kinder dann noch den langen Weg bis in die Innenstadt zurücklegen. Trainer David Göhler ordnet das Turnangebot zudem weit weniger dem Leistungssport zu, als es Lames tut. Für Göhler ist es Breitensport, und auch er befürchtet, dass der Turnnachwuchs aus den nördlichen Stadtteilen in der Luft hängenbleibt. Lames hält jedoch an der Idee fest.

Künftig sollen spezielle Angebote, die nicht zum Breitensport gehören und neu entstehen, stärker in Richtung Stadtzentrum angesiedelt werden. Das soll es allen Dresdnern besser ermöglichen, diese Angebote zu nutzen. In diese Richtung zielen auch Lames‘ Pläne zum Um- und Ausbau des Steyer-Stadions sowie die weitere Entwicklung des Ostrasportparks. Hier will die Stadt in den kommenden Jahren rund 40 Millionen Euro investieren.

Die nächste politische Weichenstellung für den Sport in Dresden ist ebenfalls noch für den Herbst oder Winter zu erwarten. Dann will die Verwaltung eine große Vorlage präsentieren, die nicht nur das Bäderkonzept für die nächsten Jahre umfasst, sondern auch die Zukunft der anderen Sportstätten betrachtet sowie Lösungen für den Sanierungsstau präsentiert. Wo künftig neue Sportflächen entstehen, wird wie beim Schwimmhallenneubau in Klotzsche eine Frage des passenden Grundstücks sein. Die Stadt konkurriert dabei immer stärker mit Unternehmen oder privaten Investoren. Und ihre eigenen Grundstücke rufen auch Interesse hervor. So will die Stadt am bisherigen Schwimmhallenstandort in Klotzsche auch deshalb nicht festhalten, weil mehrere Unternehmen die Fläche kaufen wollen. Diese liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen und ist bereits von einigen Unternehmen und Instituten umgeben. „Wir haben einen großen Entwicklungsdruck in diesem Teil Dresdens. Ich bin gezwungen, diesen Standort aufzugeben“, sagt Sportbürgermeister Lames. Ein Kaufvertrag für das Grundstück ist laut Amt für Wirtschaftsförderung noch nicht verhandelt. Das Amt für Kultur und Denkmalschutz sei involviert. Bei einem Verkauf kann und werde das denkmalgeschützte Gebäude nicht abgerissen. Die Gebäudehülle und „spezifische Elemente“ des Gebäudes würden erhalten und dann genutzt werden, heißt es. Die Verwaltung sei dabei, das gesamte Areal weiterzuentwickeln, teilt das Amt mit.

Hier gibt es den Artikel vom 13.09.18 aus der SZ zum Nachlesen:
180913_SZ Stadt will Sportangebote zentralisieren

Pressefund: Sachsenbad steht zum Verkauf

Die Konzept-ausschreibung ist nun fertig-gestellt. Mindestens 900.000 Euro müssen Investoren für das Denkmal zahlen.

 

 

Etwas ist anders am Sachsenbad. Zwar fristet das Denkmal an der Ecke Wurzener/Rehefelder Straße immer noch ein tristes Dasein. Doch mittlerweile zieren Plakate das ruinöse Gebäude. Das Sachsenbad steht zum Verkauf. Die Konzeptausschreibung ist fertiggestellt und soll unter anderem bei der diesjährigen Immobilienmesse Expo Real in München im Oktober gezeigt werden. Doch auch außerhalb dieser Veranstaltung können potenzielle Investoren ihre Gebote bis zum 17. Januar 2019 abgeben.

Ziel ist, dass das Sachsenbad bald wieder genutzt wird. 1994 wurde es wegen bautechnischer Mängel geschlossen. Seitdem gab es immer wieder Bemühungen, das Gebäude zu sanieren. Zuletzt hat vor allem die Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“ für die Wiederer-öffnung als Gesundheitsbad gekämpft. Von der Ausschreibung halten die Mitglieder aber nichts. Sie fürchten hohe Eintrittspreise und dass das Gebäude nicht öffentlich zugänglich oder anders genutzt wird. Tatsächlich könnten solche Gebote ebenfalls bei der Stadt abgegeben werden.

So heißt es im Exposé des Amtes für Hochbau und Immobilien: „Orientiert wird vorrangig auf eine Nutzung als Gesundheits- und Therapiebad, wobei in angemessenem Umfang Möglichkeiten für eine öffentliche Nutzung erwünscht sind. Andere Nutzungen sind grundsätzlich vorstellbar, wenn eine denkmalgerechte Sanierung erfolgt.“ Zumindest in Teilbereichen solle aber das Element Wasser integriert werden. Einige Mindestanforderungen gibt es allerdings schon.

So muss der Interessent mindestens 900 000 Euro bieten. Das ist laut Exposé der aktuelle Verkehrswert der Immobilie. Sollte der Interessent das Objekt per Erbbaupacht erwerben, muss er mindestens 63 000 Euro pro Jahr zahlen. Mit dem Kauf verpflichtet sich der Investor zudem, das Hauptgebäude sowie den nördlichen Hochbehälter und den östlichen Zwischenbau innerhalb von drei Jahren zu sanieren. Sollte das nicht passieren, kann die Stadt das Sachsenbad zurückkaufen. Ein Abriss des Hauptgebäudes ist ausgeschlossen, schließlich handelt es sich bei dem 1928 errichteten Bau um ein Kulturdenkmal.

Dass ein weiteres Schwimmbad im Dresdner Nordwesten gebraucht wird, ist unbestritten. Neben der Sanierung des Sachsenbads ist auch der Ersatz der maroden Halle in Klotzsche seit Längerem Thema. An diesem Dienstagabend lädt die CDU ab 19 Uhr zur Diskussion ins Dormero-Hotel auf der Karl-Marx-Straße 25.

Hier gibt es den Artikel vom 11.09.18 aus der SZ zum Nachlesen:
180911_SZ Sachsenbad steht zum Verkauf

Hier gibt es das Exposé zum  Nachlesen:
42225_-_Ehemaliges_Sachsenbad_Broschuere

Pressefund: Damals im Sachsenbad

Damit das Denkmal nicht vergessen wird, sammelt ein Verein Erinnerungen. Die sollen am Sonntag geteilt werden.

 

 

Die 90 Jahre haben deutliche Spuren bei der „Alten Dame“ hinterlassen. Risse sind ihre Falten, zersprungene Fenster die Altersflecken.
Zum runden Geburtstag im kommenden Jahr soll das geschundene Sachsenbad nun ein besonderes Geschenk bekommen. Die Sachsenbad-
Initiative des Vereins Pro Pieschen bereitet eine Ausstellung zu dem Denkmal an der Ecke Wurzener/Rehefelder Straße vor. Denn die
Mitglider haben eine böse Befürchtung. „Die Erinnerung geht verloren“, sagt Dorothea Becker. „Um das zu verhindern, haben wir uns die Hilfe von Zeitzeugen erhofft.“ Die sind teilweise bereits verstorben oder so alt, dass sie wohl nicht mehr lange leben. Ihre Anekdoten und Erinnerungen will die Initiative aber für die Nachwelt festhalten und in der geplanten Ausstellung zeigen. Von der Resonanz waren die Mitglieder aber selber überrascht. Nach einem Aufruf meldeten sich bereits zahlreiche Zeitzeugen per Post, sie wohnen teils gar nicht mehr in Dresden. Bei einem Treffen kamen dann noch einmal rund 30 Leute, die von ihren Erinnerungen erzählten.

Die Ausstellung soll auch helfen, zu verstehen, dass das Sachsenbad
nicht nur ein Stadtteil-Thema ist. Das sei in der Politik noch nicht angekommen, sagt Stadträtin und Initiativ-Mitglied Kati Bischoffberger (Grüne). Dennoch hat sich in jüngster Vergangenheit einiges getan. So soll das Sachsenbad noch in diesem Oktober bei einer Immobilienmesse in München ausgeschrieben werden. So sucht die Stadt nach einem Investor, der das Denkmal saniert und möglichst als Gesundheitsbad wieder eröffnet. „Wir hoffen, dass sich niemand bewirbt und die Stadt selber aktiv wird“, sagt Becker. Das scheiterte bisher an den hohen Kosten von rund 20 Millionen Euro.

Beim Tag des Offenen Denkmals will die Initiative an diesem Sonntag bereits die ersten sechs Geschichten präsentieren. Zwischen 11 und 14 Uhr sind weitere Zeitzeugen willkommen, die ihre Erinnerungen teilen wollen. Wir geben mit vier Geschichten bereits einen Vorgeschmack auf das besondere Geburtstagsgeschenk.

1. Vom Sachsenbad zu den Olympischen Spielen
Was wurde gejubelt und gefeiert, als Ingrid Krämer von den Olympischen Sommerspielen 1960 aus Rom zurückkam. Zurück ins Sachsenbad. Zurück in die Stätte, in der die zweifache Goldmedaillen-Gewinnerin den  Grundstein für ihren Erfolg legte. Zwei Synchronschwimmerinnen der Dresdner Goldfische erinnern sich noch genau an Krämer. Sie haben regelmäßig mit der Wasserspringerin trainiert und wissen, wie groß der Andrang bei deren Rückkehr war. Die 530 Sitz- und 350 Stehplätze waren restlos belegt. Vor dem Sachsenbad mussten noch etliche Personen abgewiesen werden, die der Gold-Feier gerne ebenfalls beigewohnt hätten.

2. Zur ewigen Liebe gekrault
Bei der Vorbereitung für eine Schwimmprüfung hat Gerlinde H. viel mehr gefunden als die richtige Kraul-Technik. Plötzlich standen da am Ende der Bahn diese jungen Rettungsschwimmer. Sie waren hilfsbereit, erklärten Hantusch, wie sie am schnellsten durch das Wasser gleitet. Doch in Gedanken war die längst nicht mehr nur beim Schwimmen. Schließlich hatte es ihr einer der jungen Männer besonders angetan. Sogar so sehr, dass sie ihn später heiratete. Und noch bis heute sind die beiden miteinander glücklich. Wenn sie ihre Ringe betrachten, denken sie also nicht nur an die glücklichen gemeinsamen Jahre, sondern auch ans Sachsenbad.

3. Den Ort des Unglücks immer vor Augen
Dass mit dem Sachsenbad nicht nur freudige Erinnerungen verbunden werden, beweist die Geschichte von Mandy F. Besucht hat sie das Schwimmbad nie. Dafür ist die Jugendliche auch zu jung. Doch sie besuchte die 56. Oberschule. Wie Emma G., die 2011 im Sachsenbad tödlich verunglückte. Sie war verbotenerweise in die Ruine eingedrungen und kletterte dort. Mandy weiß noch genau, wie in der Schule eine Schweigeminute für die verstorbene Mitschülerin abgehalten wurde, wie betroffen alle waren und wie sie Jahr für Jahr das Sportfest auf der Anlage neben dem Sachsenbad abhielten – den Ort des Unglücks immer vor
Augen.

4. An Papas Hand zur Eröffnung
Geschichten aus dem Sachsenbad können viele Dresdner erzählen. Doch es gibt wohl nur wenige, die am Tag der Eröffnung dabei waren. Schließlich liegt dieser nun fast 90 Jahre zurück. Doch Werner Fritzsche weiß noch genau, wie er als damals als Vierjähriger an der Hand seines Vaters vor dem imposanten Bau stand. Seitdem ließ den heute 94-Jährigen die Liebe zum Gesundheitsbad nicht mehr los. Bis es 1994 geschlossen wurde, besuchte Fritzsche das Bad regelmäßig. Das hat ihm viel gebracht: Schon mehrfach wurde Fritzsche Deutscher Meister. Auch heute nimmt er noch an Wettbewerben teil und sahnt Preise in seiner Altersklasse ab.

{Anmerkung BI: um die Privatsphäre der Zeitzeugen zu wahren, haben wir die Nachnamen der nicht in der Öffentlichkeit stehenden Personen abgekürzt.}

Hier gibt es den Artikel vom 03.09.18 aus der SZ zum Nachlesen:
180903_SZ Damals im Sachsenbad