Zeitzeugen erzählen

Treffen mit Zeitzeugen am 18. August 2018 im Stadtteilhaus EMMERS, Foto: Claus Gigga

2018 riefen wir Zeitzeugen auf, uns Erlebnisse rund um das Sachsenbad zu erzählen. Über 60 Geschichten erreichten uns! Daraus entstand eine Ausstellung in denen Auszüge aus diesen Geschichten zu lesen sind. Auf dieser Seite veröffentlichen wir nach und nach die gesammlten Berichte.

… ich las heute im Wochenkurier den Artikel über das Sachsenbad.
Für mich ist daran eine einzige Erinnerung geknüpft: der Schwimmunterricht in der 4. Klasse. Ich ging damals in die 3. Oberschule auf der Bernhardstraße, Südvorstadt, heute ist sie das Fritz-Löffler-Gymnasium. Für mich war schon die Fahrt mit der Straßenbahn dorthin voller Erwartungen, obwohl ich in diesem Unterricht nie richtig schwimmen gelernt habe. Unsere Lehrerin war nicht sehr sensibel, und ich hatte damals eine große Scheu vor der Wassertiefe. Auch vor dem Reinspringen musste ich mich überwinden, und manchmal bekam ich schon mal einen Schubs, dass ich springen musste. Aber das ist schon 51 Jahre her.
Ich würde es ebenfalls begrüßen, wenn dieses Bad wieder saniert werden würde. Es könnte mich interessieren, wie die Räume sich verändert haben…

Gerhild Bäßler

… ich weiß noch wie das Sachsenbad ca. 1968/1969 aussah. Meine Mutti ging mit mir regelmäßig zum Vorschulschwimmen und da ich September 1970 eingeschult wurde, muss es in den zwei Jahren gewesen sein (In der 2. und 4. Klasse) hatten wir dann Schulschwimmen in der Schwimmhalle Klotzsche. Bus Nr. 91 fuhr damals von der Karl-Marx-Straße über die Wurzener Straße.
Ganz hinten war das Nichtschwimmerbecken. Der Ausgang aus dem Wasser war links eine lange Treppe. Schwimmen hat mir immer gefallen, aber dann das Springen am Ende vom Beckenrand war immer wieder für mich nein!!!!!
Ich mochte und mag kein Reinspringen ins Wasser. Bin dann einmal reingesprungen und habe mich im Wasser aufgehalten (versteckt hinten links in der Ecke). Die Gummibadekappen waren auch komisch und nervig…

Gabriele Birkner

…ich bin damals ganz in der Nähe aufgewachsen. Ich war als Kind öfters zu den normalen Öffnungszeiten da mit Freunden in der Halle baden, habe da meinen Schwimmunterricht der Schule gehabt und jeden Samstag war ich mit Mutti in der Badewannenabteilung Baden, weil es in der Wohnung nur eine Toilette gab.
Das Bad war ein Teil meiner Kindheit und es sollte wirklich erhalten und wieder aufgebaut werden. Ich denke ich war mit meiner Mutter nicht die einzigen deren Leben das Bad mit bereichert hat…

Mirko Derlich

…ich habe leider keine Verbindung mehr zum Sachenbad allerdings meine Oma, sie war viele Jahre Schwimmmeisterin im Sachsenbad. Sie hat somit vielen Kinder wie auch meinem Vater das Schwimmen beigebracht. Sie erzählte mir oft das es vor der Schließung noch eine Sanierung gab, bis auf die Pumpen die hätte man noch austauschen müssen. Das Geld war aber damals nicht dafür vorhanden und so hat man die alten Pumpen erst mal belassen. Vor einigen Jahren ist dann eine Mitschülerin von mir vom Dach des Sachsenbades gestürzt und an den Verletzungen verstorben…

Mandy Frasiak

…ich habe in den fünfziger Jahren Schwimmen auf Rezept im Sachsenbad gelernt. Der Schwimm-Lehrer war Herr Ursan aus Meißen, vormals Artist. Ein äußerst strenger Lehrer mit dunklem Teint. Bin sodann im Sachsenbad bis zum Fahrtenschwimmer, wie sich das nannte, gekommen. Auf Einladung von Herrn Ursan hatte ich noch angefangen, Rettungsschwimmer zu werden, was sich dann aber zerschlug. Meine bereits erlangten Kenntnisse machten es später möglich, meinen Sohn vor dem Ertrinken in der Ostsee zu retten.

…Schwimmen auf ärztliche Verordnung, Rezept (SVK = Einheitskrankenkasse in der DDR, “Sozialversicherungskasse”), gab es zur Stärkung der Rückenmuskulatur im Kindesalter (Rundrücken).
In der DDR existierten 2 Stufen: 15 Minuten und Fahrtenschwimmer zu 45 Minuten mit Startsprung. Beides im tiefen Wasser. Leider ist mir das Zeugnis abhanden gekommen.
Das bauliche Innenleben des Bades hat auf mich kleinen Kerl tiefen Eindruck gemacht.
Das Sachsenbad war sehr frequentiert, zu bestimmten Zeiten für die Bewaffneten Organe reserviert…

… schönstes Beiwerk war, für 0,08 Pfennig der DDR (bezahlte auch die SVK), eine Fahrt mit dem alten, harten Ikarus-Bus von beziehungsweise nach Mickten (Straßenbahnhof) zur Straßenbahn. Ich wohnte in Coswig
Es gab im Anfang Gummischwimmkissen (wenn ich mich richtig erinnere rechts und links ein Kissen, in der Mitte ein Verbindungs-gürtel). Der Schwimmlehrer beaufsichtigte mit einer Stange am Beckenrand…

Detlef Gasch

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